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Männer & Sex

Wenn ich guten Sex habe, bin ich zufrieden!
Diesen weltbewegenden Satz sprach vor Kurzem mein lieber Freund Max, mit 34 Jahren dem Gröbsten entwachsen und seines Zeichens graduierter Ingenieur. Für einen Moment blieb mir die Luft weg. Da wusste dieser durchaus attraktive, beruflich wie bei Frauen erfolgreiche und bestimmt nicht dumme Kerl nichts Blöderes zur Diskussion über persönliches Glück beizutragen? Enthob ihn die Befriedigung seiner niederen Instinkte wirklich schon aller weiteren Wünsche? Mir schwante schrecklich Ernüchterndes: Womöglich denken alle Männer wie er! Im Grunde ihres Herzens ja, weiß die moderne Wissenschaft. Was vor über 30.000 Jahren selbstverständlich war, nämlich Sex zu haben, sooft es in den Lenden zog, musste mit der Entwicklung der Zivilisation mehr und mehr unterdrückt werden. Studium, Karriere, Familiengründung, der tägliche Kampf um den Existenzerhalt: All das steht heute mehr denn je im Vordergrund. Zeit, dem sexuellen Druck nachzugeben, findet Mann gerade noch nebenbei, für erfreulich ausschweifende Intimitäten viel zu selten.

Und dann ist da noch eine kleine Nebensache. Wir, die Frauen. Viel zu fordernd, zu selbstständig, zu ichbezogen, zu anspruchsvoll in den Augen eines jeden zweiten Mannes. Stressig eben, im Alltag wie im Bett. Da fühlt sich das ohnehin längst nicht mehr so starke Geschlecht immer öfter wie der Elefant im Porzellanladen. Kaum dreht und wendet Mann sich - schon geht etwas zu Bruch: Verständnis, Gefühl, Intimität, Lust, Leidenschaft. Kein Wunder also, dass Mann sich ganz bescheiden auf seine Urinstinkte besinnt und sich schon mit einer guten Nummer ab und zu zufrieden gibt.
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