Report: Selbstliebe
Ich mag mich so, wie ich bin!

„Ich war immer die Außenseiterin“
Fatma, 24, Betriebswirtin, Mannheim
Bei 1,65 m wiege ich 85 Kilo – das ist natürlich übergewichtig. Aber ich finde mich trotzdem schön. Früher, als moppeliger Teenie mit tunesischen Eltern, wollte ich sein wie die anderen Kids. Ich habe damals noch nicht verstanden, warum ich nie in eine Clique aufgenommen wurde. Mein dunkler Teint sieht zwar schön aus, er machte mich aber von Kindesbeinen an zur Außenseiterin.
Mehr noch: Leute mit Migrationshintergrund gelten hierzulande als ungebildet und faul, sie müssen dreimal so gut in allem sein. Mein persönlicher Wendepunkt kam, als ich mit 17 Jahren mit Yoga begann und dabei ein völlig neues Gefühl für meinen Körper entwickelte. Ich beschloss, es allen zu zeigen – und mich anzunehmen, wie ich bin: feminin und dunkel.
Den Spaß im Vordergrund
Mein Anderssein wollte ich nicht mehr als Schwäche sehen, sondern als Stärke. Ich konzentrierte mich nur noch auf meine Vorzüge: kaufte mir Blazer und Kleider, die meine Kurven unterstreichen, trug knallige Farben, die sich Hellhäutige kaum leisten können, hetzte mich beim Sport nicht ab, um 500 Kalorien zu verbrennen, sondern machte Sachen wie Volleyball, wo der Spaß im Vordergrund steht.
Und ich lernte – kniete mich in der Schule rein und studierte erfolgreich BWL. Heute habe ich dank meines multikulturellen Hintergrunds einen tollen Job: Ich arbeite im internationalen Kunstmarketing, meine vier Sprachen sind dabei ein unschätzbarer Vorteil!
Privat
Dieser Artikel hat 8 Seiten. Lesen Sie auch ...
- Seite 2: „Diesen Job schafft nicht jede!“
- Seite 3: „Statt einer Nasen-Op kaufte ich Felgen“
- Seite 4: „Früher versteckte ich meine Narben“
- Seite 5: „Sie nannten mich ‚Fettsack‘ und ‚Stotterliese‘“
- Seite 6: „Jedes Kilo war ein Kampf!“
- Seite 7: „Ich sehe nur das Positive“
- Seite 8: „Meine Depression ist auch meine Stärke“
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