Report: Selbstliebe
Ich mag mich so, wie ich bin!

„Diesen Job schafft nicht jede!“
Ricarda, 25, Zimmermädchen, Oberammergau
Eigentlich nahm ich die Arbeit als Zimmermädchen vor sieben Jahren nur an, weil ich keine Lehre als medizinische Fachangestellte fand. Aber wie das so läuft, blieb ich hängen. Der Job ist knochenhart und undankbar. Man ist entweder unsichtbar oder eine blöde Putze. Mir passierte es öfter, dass Leute sich wegdrehten, wenn sie hörten, was ich arbeite.
Deshalb fing ich irgendwann an, den Job zu verschweigen, so sehr habe ich mich geschämt. „Ich bin im Hotelfach, Organisation“, erzählte ich. Bis ich vor zweieinhalb Jahren Boris kennenlernte, meinen Freund. Er ist Texter in einer Werbeagentur. Als es ernster wurde, wollte ich unsere Beziehung nicht mit einer Lüge beginnen und gestand ihm meinen Job.
Hart verdientes Geld
Seine Reaktion war irre: „Das ist doch toll“, freute er sich, „du kannst total stolz auf dich sein, so hart, wie du dein Geld verdienst. Dass du das schaffst, ist eine Wahnsinnsleistung!“ Seither bin ich es. Stolz. Was andere Leute über mich denken, ist mir heute egal. Ich gehe mit Freude in die Arbeit, weil ich zu ihr stehen kann. Und weil ich mich auch selbst ein bisschen bewundere!
Privat
Dieser Artikel hat 8 Seiten. Lesen Sie auch ...
- Seite 1: Ich mag mich so, wie ich bin!
- Seite 3: „Statt einer Nasen-Op kaufte ich Felgen“
- Seite 4: „Früher versteckte ich meine Narben“
- Seite 5: „Sie nannten mich ‚Fettsack‘ und ‚Stotterliese‘“
- Seite 6: „Jedes Kilo war ein Kampf!“
- Seite 7: „Ich sehe nur das Positive“
- Seite 8: „Meine Depression ist auch meine Stärke“










