Bloggerin Adriana über ihr Wochenende
Bad Boys bleiben Bad Boys

Wir Frauen haben vermutlich alle eine sadistische Ader, denn anders kann ich mir den Verlauf des letzten Wochenendes nicht erklären.
Ich bin mit einer wirklich guten Freundin in einen Club ihrer Wahl gegangen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich auf einer prall gefüllten Tanzfläche ungefähr so wohl fühle wie eine Katze im Bodensee. Aber was man nicht alles für die Freundschaft tut.
An der Bar wurden schnell zahlreiche Drinks gekippt. Wieder nicht meine Art, aber auch nicht die Art meiner Freundin. Da steckte doch wohl mehr dahinter. Ich sah mir ihr Outfit für diesen Abend noch mal an. Obwohl sie sich immer viele Gedanken um ihre Ausstattung macht, war sie heute irgendwie „overstylt“. Der Rock, die Stiefel, das Oberteil, der Nagellack und die Ohrringe.
Ein Blick in ihre perfekt geschminkten Smokey Eyes ließen mich erahnen: da war ein Profi am Werk. Selbst die Art und Weise, wie sie den Strohhalm zwischen ihre Lippen klemmte – stets darauf bedacht nichts von dem kirschroten Look zu ruinieren, ließ mich stutzig werden.
„Weswegen sind wir noch mal hier?“
Ich brüllte in ihr Ohr und obwohl die Musik so laut in meinen Ohren wummerte, wusste ich, dass sie mich verstanden haben musste. Da half auch das ahnungslose Gesicht nicht. Ich kenne sie besser als sie denkt – und so eine Nummer zieht sie nicht an einem gewöhnlich Samstag Abend ab, nur weil sie „etwas Spaß haben will“. Nein, das hier war das Outfit einer Frau die den großen Auftritt suchte. Es war der Look der inneren Joan Collins, die in uns allen wohnt.
„Raus mit der Sprache!“
Doch bevor sie antworten konnte, sah ich es. Sah ich ihn. Auf der Tanzfläche, wie immer umgeben von zahlreichen Schönheiten, tanzend, wippend und unverschämt attraktiv. Meine Freundin hatte ihn, zum Glück, noch nicht gesehen. Den Ex-Freund/ewigen Schwarm, den sie auch nach fast fünf Jahren nie wirklich losgelassen hatte.
Wann immer das Gerücht, er wäre Single (und das ist er nie lange, frau muss also schnell sein!) im Umlauf war, verwandelte sich meine Freundin in eine 15-Jährige auf dem Hormondrogen-Trip die sich mit viel Aufwand ins Getümmel warf, um ihn buhlte, baggerte, flirtete und jedes Mal alleine nach Hause wankte - mit unzähligen Wodka-Redbull intus.
Dabei gab es jede Menge Jungs, die auch jetzt schon zu ihr schielten und verschüchterte Annäherungsversuche starteten. Nur meine Freundin sah das nicht. Sie hatte ihn jetzt auch erkannt und strahlte mich über alle Backen mit einem glasigen Blick an. Mut hatte sie sich auf jeden Fall schon mal angetrunken. Somit war mir die Rolle der „Am Ende des Abends die Haare aus dem Gesicht halten-Freundin“ zugefallen. Er würde sie nicht beachten, sie würde sich betrinken und schließlich übergeben. Wie immer.
Gastbloggerin Adriana
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