Bloggerin Adriana über ihr Wochenende
Bad Boys bleiben Bad Boys

Wieso tun wir Frauen uns das an?
Keine Frau sollte sich so zum Clown machen. Schon gar nicht über so viele Jahre hinweg. Und doch tun wir es alle immer wieder. Auch ich bin da keine Ausnahme. Ich habe alles getan, um von meinem Schwarm beachtet zu werden, wenn ich auch nie so weit gegangen bin, wie meine Freundin, die gerade auf der Tanzfläche neben ihm aufschlug und ihre Hüften kreisen ließ. Ohne Alkohol war das alles schwer zu ertragen.
Eine Blondine wollte ihren Platz offenbar nicht hergeben und es kam zu einem kleinen Tanz-Battle, das für alle Beteiligten peinlich enden würde. Für alle außer für ihn, der sich im Licht der Bewunderung sonnte und die Qual der Wahl hatte. Wen würde er heute Abend mit zu sich nach Hause nehmen, um sie morgen wieder zu vergessen?
Während ich meinen Blick durch den Club schweifen ließ, erkannte ich mindestens drei weitere Versionen dieser Geschichte. Frauen, die Männer beeindrucken wollten. Die ihr Bestes gaben und noch viel mehr. Die sich vor diesem Abend die Bikinizone haben waxen lassen (man kann ja nie wissen), die einen Stylingberater (über)bezahlt haben und die heute Abend vielleicht niemanden haben würden, um ihnen beim Kotzen die Haare aus dem Gesicht zu halten.
Meine Freundin schrie ihrem Schwarm etwas ins Ohr und lächelte als wäre sie auf Speed. Er hingegen wirkte so tiefenentspannt, als wäre er in einen Pott voller Pott gefallen? Nein, es würde nicht schön enden. Aber wir Frauen denken leider oft, dass wir die Bad Boys heilen könnten. Durch unsere Liebe würden sie zu besseren Jungs werden. Nur wir könnten ihre Wunden küssen und heilen. Bullshit! Bad Boys sind und bleiben Bad Boys. Wir verschwenden Zeit und lassen unsere Herzen brechen.
Oder irre ich mich? Meine Freundin reckte den Daumen in die Luft und kämpfte sich durch die Menge wieder zu mir an die Bar.
„Es läuft super! Ich hole uns nur Nachschub an Drinks.“
Sie betonte „uns“ so verliebt, dass es mir fast das Herz brach. Aber im Hintergrund küsste ihr Schwarm die Blondine von eben und ich bezweifelte stark, dass es sich nur um seine Schwester handelte.
Ich hasse es, wenn ich Recht behalte. Ich habe ihr die Haare aus dem Gesicht gehalten und versprochen, dass alles wieder gut wird, während sie ihm unter Tränen (die die perfekten Smokey Eyes in dicke schwarze Balken verwandelt haben) geschworen hatte, ihn nie mehr auch nur anzusehen. Zumindest nicht bis zum nächsten Mal. Und ich habe geschworen, auch dann wieder dabei zu sein.
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Gastbloggerin Adriana
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