Kolumne: Sex to go
Do it yourself!

Mütze-Glatze spielen, sich einen abfiedeln, den Hamster melken, einen von der Palme wedeln: Männer sind in ihren Bezeichnungen fantasievoll, wenn es um Solosex geht. Frauen eher weniger, was wohl vor allem daran liegt, dass wir nicht so frei darüber reden, was wir tun, wenn wir allein sind. Aber natürlich tun wir es. Alle. Und das ist auch gut so, denn Masturbieren ist sexuell gesehen eine ausgesprochen sinnvolle Tätigkeit und nebenbei das einzige Workout, das immer Spaß macht.
Zum einen ist es perfekt, um festzustellen, was man im Bett will und wie es am schönsten ist. Ein Orgasmus ist ja kein Mysterium, er ist vor allem ein körperlicher Reflex und je besser man weiß, welche Muskeln sich wann wie anspannen, umso besser. Man kann sich dabei weder anstecken noch schwängern lassen. Und manche Praktiken wie zum Beispiel Analerotik probiert man lieber erst einmal in Ruhe allein aus, bevor man einen anderen ranlässt.
Ein völlig neues Gefühl
Ich hatte eine Freundin, die sich mit einer Salatgurke selbst entjungfert hat, weil sie fand, sie könne das auf jeden Fall besser als irgendein nervöser Junge, und damit hatte sie wahrscheinlich auch recht. Zum anderen ist Masturbation einfach eine tolle Ergänzung zum Sex mit dem Partner. Vor allem mit einem Toy fühlt es sich ganz anders an. Ein Vibrator-Orgasmus ist viel schneller und härter als einer zu zweit. Vor allem aber ist Masturbation Egoismus von der schönsten Sorte.
Endlich kann man sich völlig auf sich konzentrieren, muss keine Ansprüche erfüllen und sich um nichts und niemanden kümmern. Man ist ganz bei sich und auf die eigenen Empfindungen fokussiert. Die Esoterikbranche verdient Millionen damit, den Leuten genau das zu versprechen, und selbst meine ansonsten eigentlich ganz bodenständige Yogatrainerin schwärmt gern blumig vom Zugang zum eigenen Selbst, den man nur mit konsequentem (Yoga-)Training erreichen könne.
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