Kolumne: Pssst...
Schatz, raus aus der Küche

„Süße, morgen Abend koche ich!“ Andere Frauen bringt dieser Satz zum Jubilieren wie mich der Anblick der „Marcie“-Bag von Chloé, doch wenn mein Liebster sich an den Herd stellt, kocht eigentlich nur eins hoch – meine Wut. Zu meinem Leidwesen habe ich nämlich einen selbst ernannten, aber relativ talentfreien Jamie Oliver zu Hause. Er verwechselt gern mal Artischocken mit Auberginen, kann Spaghetti Bolognese ohne Bolognese machen („Oh, ich hab das Hack vergessen!“) und unter „gewürzt“ versteht er, dass sämtliche Gewürze des Regals in ein einziges Gericht kommen – dennoch hält er sich für einen genialen Maître de Cuisine.
Die richtige Flasche Wein zum Essen
Dabei müsste er das gar nicht sein! Mir würde es schon reichen, wenn er zum Essen die richtige Flasche Wein aufmacht. Gut, ich gebe zu, dass ich keine Cornelia Poletto oder Lea Linster bin – ich tüftele immer noch an dem perfekten Steak, doch ich kriege mittlerweile leckere Lachsfilets mit Mango-Salsa hin und mein Risotto à la Milanese hat sogar schon mal einem italienischen Küchenchef ein anerkennendes „Mamma mia“ entlockt.
Das alles sieht mein Freund völlig anders – mit stolzgeschwellter Brust erzählt er gerne, ich wäre bei uns zu Hause für die „Basics“ wie Pasta und Salate zuständig, er aber für die „Gourmet-Genüsse“. Nach unserem ersten Pärchen-Urlaub in Andalusien bereitete er für mich spanische „Albondigas“ zu, und er rollte diese Fleischbällchen mit so viel Hingabe, dass ich mich gleich noch ein bisschen mehr in ihn verliebte.
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